Veranstaltung Alice Weidel in Heidelberg


Malte Kaufmann und Matthias Niebel aus dem KV Heidelberg luden am Samstag, den 23.03.2019 zu einem hochkarätigen Abend in die Steinbachhalle Ziegelhausen. Die Stimmung im Raum kochte bereits zu Beginn der Veranstaltung hoch. Linke Demonstranten, die sich unter das friedliche und interessierte Publikum mischten, versuchten durch ständige Zwischenrufe die Ansprachen zu unterbrechen.
Nach besonnenen Aufforderungen, diese Störungen zu unterlassen, konnte zumindest so viel Ruhe hergestellt werden, um mit den Reden zu beginnen. Allerdings musste sich besonders der Bundestagsabgeordnete Marc Bernhard unentwegt Kommentare zu seinen Ausführungen gefallen lassen.
Das schien ihn kaum zu stören. Er reagierte gezielt mit Fakten auf einige der Zwischenrufe und demonstrierte damit einmal mehr seine Kompetenz.
Er verdeutlichte die Absurdität der Stickstoffdioxid-Grenzwerte, die auf der Straße mittlerweile 50 Mikrogramm betragen, von denen in Kindertagesstätten oder Krankenhäusern hingegen 60 Mikrogramm für unbedenklich gehalten werden. Ganz zu schweigen von den, um ein vielfaches höheren Grenzwerten für bestimmte Arbeitsplätze mit Spitzenwerten bis 950 Mikrogramm. Diese Widersprüchlichkeit hinderte die Landesregierung in Baden-Württemberg nicht daran, Fahrverbote in Stuttgart zu verhängen. Sie stützten sich dabei auf die Werte der Messstationen an ausgewählten Verkehrsstraßen.
Die Luft der Stadt München ist zwar nicht reiner, aber hier hat man sich dazu entschieden, 20 zusätzliche Messstationen aufzustellen, und zwar an Örtlichkeiten, welche die Lebensrealitäten der Menschen wiedergeben. Das Ergebnis ist plausibel wie einfach: Keine Fahrverbote in München, einer nicht-Grünen Politik sei Dank.
Entwaffnend waren Bernhards Argumente für einen „Saturday for Future“. Interesse an Politik seitens der Schüler in Deutschland ist wünschenswert. Im Kollektiv jeden Freitag Schule schwänzen als Instrument des Protestes, kann der Vater von zwei Schulkindern allerdings nicht gutheißen.
Er erinnerte an Malala Yousafzi, der 2014 für ihr beispielhaftes Engagement der Friedensnobelpreis verliehen wurde. Sie riskierte für das Recht zur Schule gehen zu dürfen nicht weniger als ihr Leben.  Schüler hier zu Lande nehmen dieses Privileg als eine (scheinbar wertlose) Selbstverständlichkeit hin und verzichten leichtfertig auf den Unterrichtsbesuch. Rückenwind bekommen sie hierbei von niemand geringerem als dem Bundespräsidenten und der Kanzlerin. 



Im Anschluss gab der Bundestagsabgeordnete die Bühne frei für seine Kollegin Alice Weidel.
Diese wurde von den immer noch motivierten linken Meckerern mit der Internationalen begrüßt. Sie stimmte ein in das Lied und erlaubte sich folgenden Seitenhieb: Die „Internationale“ habe erreicht, „dass selbst Sarah Wagenknecht keinen Bock mehr auf Euch hat.“
Die Mehrheit des Publikums jubelte vor Begeisterung.
Die Vorsitzende der AfD-Fraktion im Bundestag  erklärte zum kürzlich zwischen Merkel und Macron geschlossenen Aachener Vertrag, dass dieser vor allem mehr Transfer und Umverteilung bezwecke: „Der französische Zentralstaat ist Blaupause für die EU“. 
Dieses Bündnis hat zum Élysée-Vertrag von 1963 keine Parallelen mehr. De Gaulle und Adenauer ersehnten ein Europa der Vaterländer, ebenso die AfD.  Das Gegenteil ist heute der Fall.
Weidel ist Ökonomin und folglich bezieht sie wirtschaftliche Aspekte in viele  Argumentationen mit ein. Zugespitzt kann man aus ihren Ausführungen ableiten: Spätestens mit der Absegnung des Euro als Gemeinschaftswährung war das Projekt Europa zum Scheitern verurteilt.
Mit Blick auf die Gegenwart sprach Alice Weidel den Bundeshaushalt für 2020 an.
Sie monierte, dass zwar die Erhöhung des Etats der Sozialausgaben vorgesehen sei, Investitionen für Bildung oder Forschung, sprich die Ressourcen des Humankapitals,  jedoch nicht.
Wenn in der Konsequenz Know How aus Deutschland verschwindet, sei dies nicht verwunderlich.
Meines Erachtens ist  die AfD die einzige Partei, die sich der Dringlichkeit, in Bildung zu investieren, bewusst ist.
Klar wurde auch: Die EU steckt in einer Krise. Ihre Akzeptanz durch die Bevölkerungen schwindet zunehmend.
Deshalb werden die Daumenschrauben von Brüssel kräftig angezogen. Der Öffentlichkeit wird der Brexit als ein Ding der Unmöglichkeit verkauft und Großbritannien müsse nach dem Austritt dem Chaos erliegen.
Weidel sieht einen „Fahrplan“ für Mitglieder, die ausscheiden. Der EWR-Vertrag von 1992, welcher Binnenmarkt und Personenverkehr ermöglicht, sollte hier als Instrumentarium nach dem Brexit dienen.
Barnier und Juncker werden einen  konstruktiven Austritt zu verhindern wissen, bis die Causa Großbritannien endgültig alle Abtrünnigen abgeschreckt hat.
Ende Mai sind Europawahlen, es steht viel auf dem Spiel und deshalb kämpfen die vermeintlichen Europafreunde mit harten Bandagen, besonders zu Lasten der Briten.
Abschließend skizzierte sie noch ein kleines Schreckens-Szenario, doch verliert dabei nicht ihre Glaubwürdigkeit oder Sachlichkeit, ganz im Gegenteil.
In ihrem aktuell erschienenen Buch „Widerworte“ erklärt Alice Weidel die Mechanismen der Währungsunion und die in der Geschichte noch nie dagewesene Phase der Nullzinspolitik. Diese sei das Resultat eines planwirtschaftlichen Eingriffs.
Der (willkürlich) festgelegte  Nullzinssatz führe letztlich dazu, dass die Banken Pleite gehen, denn ihre Geschäftsmodelle sterben ab, Stichwort Zinsarbitrage.
Das deflatorische Umfeld wird die EZB anheizen, noch mehr Geld zu drucken und dann droht eine Hyperinflation. Vereinfacht:
Der Eurocrash wird immer wahrscheinlicher. (Sie erwähnt dabei Markus Krall und sein sehr lesenswertes Buch: Wenn schwarze Schwäne Junge kriegen.)


Weidel offenbarte einmal mehr ihre fachliche Kompetenz, die so erschlagend ist, dass am Ende alle Linken gegangen oder verstummt waren. Vielleicht verfielen sie auch in eine tiefe Depression, weil sie ihre Ohren geöffnet haben und erkannten, dass die AfD zu den Themen Europas mit empirisch nachvollziehbaren Fakten auftrumpfen kann und sich nicht hinter Utopien verstecken muss.
 Vielen Dank an den KV Heidelberg für diesen Abend.
 
Anne Charlotte Samland


- Stadtratskandidatin 
 


Weitere Beiträge

Jörg Meuthen: SPD fordert, nicht an Juden in der AfD zu vermieten

19.09.2019
Die SPD Heidelberg fordert das Schlosshotel Molkenkur auf, Räumlichkeiten, in denen die Jahrestagung der Juden in der AfD stattfinden soll, nicht an die AfD zu vermieten. Prof. Dr. Jörg Meuthen, Bundessprecher der AfD, kommentiert das wie folgt: ,,Die Forderung der SPD, keine Räumlichkeiten an die Juden in der AfD zu vermieten, belegt den (...)

Klaus Dürr MdL: Instrumentalisierung von Jugendlichen für politische Kampagnen endlich Riegel vorschieben

18.09.2019
In Hinblick auf den Schulbeginn in dieser Woche sollten verantwortungsbewusste Politiker und Medien Schüler motivieren, ohne Fehlzeiten am Unterrichtsgeschehen teilzunehmen. Darauf verweist der AfD-Landtagsabgeordnete Klaus Dürr: „Schließlich geht es um nichts weniger als ihre Zukunft.“ In diesem Zusammenhang beleuchtet der (...)

Parkraum ist keine Verschwendung

17.09.2019
Party statt Parken,  unter diesem Motto setzen sich die Initiatoren des internationalen Kampagnentages „Park(ing) day“ in Mannheim für das „ Voranbringen von autofreien Innenstädten“  ein. Am Samstag von 11:00 bis 17:00 wird in der Fressgasse zwischen Q1 und Q3 der bestehende Parkraum in „ (...)

Ortsverein Süd gegründet

16.09.2019
In einer harmonisch verlaufenden Versammlung gründeten die AFD Mitglieder aus dem Mannheimer Süden den AfD Ortsverein Mannheim Süd. Dieser 61 Personen starke Ortsverein umfasst die Stadtteile Neckarau, Lindenhof, Rheinau, Seckenheim und Friedrichsfeld. Geführt wird der Ortsverein von einer Doppelspitze mit dem ehemaligen  (...)

+++ Wenn der Magen knurrt. Kann sich der Staat zunehmende #Kinderarmut leisten?

14.09.2019
Etwa 940 #Tafeln versorgen circa 1,5 Millionen bedürftige Menschen in Deutschland, darunter etwa ein Drittel Kinder. In der Bundesrepublik sind mehr als 15 % aller #Kinder und #Jugendlichen von Einkommensarmut betroffen. Wie die Hilfe der Gemeinnützigen konkret aussieht, ist unterschiedlich: (...)

Der Meisterzwang kommt zurück

11.09.2019
Die AfD wirkt. Laut eines Berichtes des Mannheimer Morgens begrüßen regionale Handwerker und Verbände die Pläne der Bundesregierung, die Meisterpflicht in 12 Berufen wieder einzuführen. Im Jahr 2003/2004 ( Regierung Schröder Fischer ) beschloss der Bundestag eine Novellierung der sogenannten Meisterpflicht: In der (...)

Bericht aus Berlin: Weidel und Chrupalla hautnah

09.09.2019
Am Freitag  durften AfD Mitglieder, wie Interessierte einen erhellenden  Abend mit den Gastrednern Tino #Chrupalla und Alice #Weidel  in der voll besetzten feudenheimer Kulturhalle erleben. Doch wo Licht ist, fällt auch Schatten. Dieser erschien in Form von zwei Gegendemonstrationen, welche sich ab dem Nachmittag am Parkplatzbereich vor (...)

+++Das Genderideal: Sollen Jungen die besseren Mädchen sein? +++

07.09.2019
Eine Hamburger Genderforscherin beklagt, dass wir Kinder unbewusst in alte Geschlechtsmuster drängen. Was meint sie damit? #Mädchen mögen Puppen und Ponyreiten. #Jungen bevorzugen Fußball. Dieser Umstand ist zumindest der Forscherin Stevie Schmiedel ein Dorn im Auge. Trotz Gender-Equality zeigen Kinder noch immer sehr (...)

Die Reden des heutigen Abends

06.09.2019
Machen Sie sich selbst ein Bild, glauben Sie keinen Verlautbarungen Die Reden des heutigen Abends finden Sie (...)

Narrenhände beschmieren Tisch und Wände

04.09.2019
Narrenhände beschmieren Tisch und Wände. Diese alte Volksweisheit bewahrheitet sich gerade dieser Tage wieder. Im Vorfeld der AfD Veranstaltung mit Alice Weidel am 6.9 haben die üblichen Verdächtigen heimlich still und leise feige im Schutze der Nacht die Kulturhalle in Feudenheim geschändet, beschmiert und Schlösser verklebt. (...)

+++ Die perfide „Loverboy-Masche“: Wie Frauen misshandelt und zur Prostitution gezwungen werden. +++

02.09.2019
#Zuhälterei, gewerbsmäßige #Zwangsprostitution, gefährliche #Köperverletzung und schwerer Raub in mehreren Fällen: So lautet die Anklage im aktuell vor dem Landgericht #Wuppertal verhandelten „Loverboy-Prozess“. Zwei Männer von 22 und 31 Jahren mit türkischer und deutscher (...)

Himmelfahrtskommando Vogelflug

29.08.2019
Der Vogelzug ist im vollen Gang. Nicht nur der Storch macht den Abflug, sondern auch viele Singvögel brechen in ihr Winterquartier auf und flüchten vor dem nahenden Winter. Nachtigall, Fink und Star und die halbe Vogelschar zieht es nach Süden. Nach Angaben des NaBu sind mehr als 5 Milliarden Vögel zwischen Europa und Afrika unterwegs. (...)