Bauholzexporte sind nicht das Problem

KV-MANNHEIM - 14.05.2021

Die Baubranche in Baden-Württemberg kämpft seit wenigen Monaten mit einer nie dagewesenen Materialknappheit. Die Ursachen für Verknappung und Verteuerung liegen aber nicht allein im Ausland. Der Bauboom in China, Kanada und den USA hat den Markt oberflächlich betrachtet leergefegt. Aber auch in Deutschland werden viele Holzhäuser gebaut, viele Menschen renovieren im Lockdown ihre Gärten und Terrassen. Die Nachfrageseite ist zwar ein Argument aber bei weitem nicht das Entscheidende. Die Krise um das Bauholz ist vor allem hausgemacht und wieder einmal ein Beweis dafür, dass eine übertriebene staatliche Regulierung mehr Schaden anrichtet als Nutzen verbreitet.

Der Hauptgrund ist die rückwirkend ab dem 1.10.2020 geltende "Verordnung über die Beschränkung des ordentlichen Holzeinschlags“, die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner am 14. April unterzeichnet hat. Sie verfügt, dass bei der Fichte der Holzeinschlag auf 85 Prozent reduziert und somit das Angebot verknappt wird.

Vor allem kleine Betriebe sind davon betroffen. Hier ist die Erntemenge bereits erreicht. Bemessungsgrundlage der 85 % ist die Erntemenge der Vorjahre in erster Linie Pflegemaßnahmen durchgeführt worden.

Von den guten Preisen sind sie somit abgeschnitten und können so auch nicht zur Entspannung am Holzmarkt beitragen.

Eigentlich sollte die Verordnung die Forstwirtschaft schützen:

Nach den großen Stürmen, den massiven Schäden durch Borkenkäfer und ungewöhnlich viel Schneebruch war zu viel Holz auf dem Markt. Die Folge: der Preis für das Holz konnte häufig gerade noch die Kosten für die Ernte decken, manchmal auch nicht. Da die Verordnung allerdings erst jetzt in Kraft gesetzt wurde, kommt sie schlichtweg zu spät. Statt den Waldbauern und der Holzwirtschaft zu nutzen, schadet sie nun.

Eine sofortige Exportbegrenzung für Bauholz ist daher viel zu kurz gedacht, da sie nichts ändern wird. Es ist zwar grundsätzlich zu begrüßen, erst die nationalen Märkte zu sichern, doch sollte man nicht eine staatliche Regulierung mit einer neuen starren staatlichen Regulierung ersetzen. Was spricht dagegen, nach der Sicherung des nationalen Absatzmarkts den Export anzustreben? Es macht viel mehr Sinn, dem Markt Luft zu lassen und eine gewisse Flexibilität einzubauen. Die Rolle eines Waldes als Klimapuffer ist unbestritten. Es macht daher durchaus Sinn, den Wald nicht einer bedingungslosen Rodung freizugeben. Die Forderung nach kompletter Rücknahme der Verordnung ist meines Erachtens daher überzogen. Vielmehr plädiere ich dafür, die Verordnung um eine Freigrenze zu erweitern.

Vor allem aber sollte man die Öffentlichkeit bei diesem ernsten Thema nicht hinter die Fichte führen. Wenn sie derzeit in die Wälder gehen, werden sie unheimlich viel gefällte Fichten sehen. Bei diesen Schlägen handelt es sich allerdings um sog. Totholz, das wohl nicht den Qualitätsansprüchen de Bauwirtschaft entspricht.

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