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Mannheim, den 30.05.2018 Populistischer geht es kaum. Prompt nach den Krawallen im Rahmen eines Fußball Relegationsspiels am vergangenen Wochenende verlangt der CDU Generalsekretär Martin Hagel ein härteres Vorgehen gegen  Hooligans und fordert die Einführung einer europaweiten Hooligandatei sowie die Schaffung eines speziellen Gesetzes gegen „ Hooliganismus“.  Hierbei widerspricht er dem CDU Stadienkonzept seines Parteifreundes Innenminister Strobl und beeindruckt zudem durch fehlende Sachkenntnis.

Keine Ahnung und davon ganz viel

Innenminister Strobl habe in der Vergangenheit mit „Kuschelpädagogik durch Stadionallianzen mit Fans versucht für mehr Sicherheit in Fußballstadien zu sorgen und erst ermöglicht, dass in Stadien des Landes rechtsfreie Räume entstehen“, so der Böblinger AfD Abgeordnete Harald Pfeiffer „ Die von Hagel öffentlichkeitswirksam geforderte `Hooligandatei´ existiert bereits seit 1994 und wird beim Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen unter dem Namen „Gewalttäterdatei Sport“ geführt“, so Pfeiffer weiter.

Handwerker statt Mundwerker

„Statt unbrauchbarer Vorschläge sollte die CDU lieber ihre Hausaufgaben machen und sich auch ernsthaft mit dem Thema beschäftigen. Wir brauchen keine weiteren Vorschläge“, führt Pfeiffer weiter aus und fordert: „Handwerker statt Mundwerker. Es gibt kein Gesetzesdefizit, nur ein Handlungsdefizit“. So biete das Strafgesetzbuch bereits heute vielfältige Möglichkeiten, Fanausschreitungen zu sanktionieren: Körperverletzung, Sachbeschädigung, Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Der Einsatz von Pyrotechnik verstoße gegen Waffen und Sprengstoffrecht.

„Gewalttäter haben – nicht nur in Stadien- sondern in unserer Gesellschaft generell nichts zu suchen. Nur mit guten Ratschlägen werden wir sie aber nicht los. Hierzu bedarf es eines entschlossenen Handelns, das von der Landesregierung bislang verhindert wurde“, schließt Pfeiffer seine Ausführungen.

 

Redaktion

Quellennachweis:

Kuschelkurs Stadionallianzen

Gewalttäter Sport