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Nachfolgend veröffentlichen wir den Artikel des Mannheimer Morgens vom 06.02.2018. Diesem lag eine Erklärung zugrunde, die der Direktabgeordnete zuvor an den Reporter des Mannheimer Morgen versendet hat. Die Veröffentlichung erfolgt mit Einverständnis des Redakteurs Stefan Mack (sma) wofür wir uns ausdrücklich bedanken.

„ Streit in der AfD eskaliert erneut

Unstrittig ist folgender Ablauf: Am vergangenen Samstag traf sich die Mannheimer AfD in der Gaststätte Zur Blume in der Schwetzingerstadt. Die Mitgliederversammlung leitete der Landesvorsitzende Ralf Özkara. Zu Beginn wurde beschlossen, dass sie nichtöffentlich ist und der Landtagsabgeordnete Rüdiger Klos gehen muss. Dessen Übertritt vom Kreisverband Rhein-Neckar hatte der Kreisvorstand nicht zugestimmt.

Was dann passierte, darüber gehen die Darstellungen auseinander. Klar ist nur, dass die angestrebte Mehrheit für eine neue Satzung verfehlt wurde.

Robert Schmidt, Sprecher des Kreisvorstands, schildert die Debatte als „sehr diszipliniert und konstruktiv“. Für die gewünschten Änderungen – etwa ein höheres Quorum für eine außerordentliche Mitgliederversammlung – hätten 25 von 40 anwesenden Mitgliedern votiert. Bei zwölf Gegenstimmen und drei Enthaltungen habe man eine Zwei-Drittel-Mehrheit nur knapp verpasst. Daher werde die heute im Feudenheimer Schützenhaus tagende Satzungskommission einige Änderungswünsche aufnehmen. Er sei zuversichtlich, dass beim nächsten Mal alles klar gehe. Darin habe ihn auch Sitzungsleiter Özkara bestärkt.

Klos erklärt hingegen, der Kreisvorstand, „allen voran Schmidt“, sei abgestraft worden. Das hätten ihm einige der anwesenden Mitglieder“ – „etwa ein halbes Dutzend“ berichtet. Es habe lautstarke Proteste gegen die geplanten Satzungsänderungen gegeben. Der Entwurf sei vom Tagungspräsidenten als der schlechteste bezeichnet worden, den er je gesehen hätte. Özkara habe auch gewarnt, einen neuen Anlauf zu nehmen, wäre „schäbig“.

Auf „MM“-Anfrage bestreitet Özkara diese Darstellung:Der Herr Klos lügt.“ Die Sitzung sei „durchweg konstruktiv“ verlaufen, die Schilderung des Kreisvorstands korrekt. Einzelne Mitglieder hätten nur bei manchen Punkten Bedenken geäußert. „Lautstark protestierend hat sich niemand zu Wort gemeldet.“ Und seine Kritik habe sich lediglich auf die schlampige redaktionelle Fassung des Änderungsentwurfs bezogen, nicht auf die Inhalte. Der Landeschef zeigt sich irritiert über die Äußerungen von Klos und kündigt an, dies heute Abend bei einer Vorstandssitzung zum Thema zu machen. Bisher hat sich die AfD-Landesspitze, obwohl vom Kreisvorstand eingeschaltet, aus den Querelen in Mannheim herausgehalten. Özkara sagt indes, dass er die Leitung der Mitgliederversammlung übernommen habe, liege durchaus an der Vorgeschichte.

Klos beteuert, er habe allein mit dem Kreisvorstand Probleme, nicht mit der Basis. Mit der Satzungsänderung sollten die Ortsvereine „entmündigt“ werden. Wären diese eigenständig, würde man ihn im Norden sofort aufnehmen.
Zum Beleg für seine Darstellung schickt der Abgeordnete vertraulich anonymisierte Mails von Mitgliedern, die heftige Kritik am Vorstand äußern. „Der Widerstand gegen Herrn Schmidt wird immer heftiger. Er steht am Abgrund, er muss nur noch einen Schritt weiter“, so Klos.

Schmidt sagt dagegen, nach wie vor stehe eine breite Mehrheit hinter ihm und seinem Team. So sei auch sein Wunschkandidat Jürgen Grogro am Samstag einstimmig als neuer Schriftführer bestätigt worden. Auf die Frage, ob der Kreisverband Klos bei der nächsten Wahl wohl erneut aufstellen werde, antwortet er: „Es ist ja kein Geheimnis, dass ich dann für Kandidaten bin, die noch nicht im Landtag sitzen.“ Doch der Abgeordnete betont, er wolle bei der nächsten Landtagswahl erneut antreten. „Die Mitglieder sagen mir: Du hast das Direktmandat geholt, Du verteidigst es 2021“, so Klos.“

Quelle

https://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-mannheim-streit-in-der-afd-eskaliert-erneut-_arid,1194464.html